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Dax-Analyse

Diese zehn Aktien empfehlen jetzt die besten Analysten Deutschlands

Rekordstände an den Börsen – doch nicht jede Aktie ist zu teuer. Wo Profis jetzt noch Kurspotenzial sehen.

Händler vor der Kurstafel der Frankfurter Börse – ASCII-Illustration

Der Dax notiert nahe seinem Allzeithoch, die Bewertungen vieler Standardwerte sind ambitioniert. Doch die Streuung innerhalb des Index ist so groß wie selten: Während Technologie- und Rüstungswerte Rekordbewertungen erreichen, notieren Chemie- und Autowerte teils unter Buchwert. Wer jetzt kauft, muss genauer hinsehen als in jedem Jahr zuvor.

Die Methodik: Wem wir zugehört haben

Für diese Auswertung haben wir die Empfehlungen der Research-Häuser analysiert, deren Kursziele in den vergangenen drei Jahren die höchste Trefferquote erzielten – darunter die Teams von Berenberg, Kepler Cheuvreux, Warburg und Jefferies. Entscheidend war nicht die einzelne Kaufempfehlung, sondern die Kombination aus Konsens der Top-Analysten, Abstand zum Kursziel und fundamentaler Qualität der Geschäftsmodelle.

Zehn Werte, drei Muster

Das Ergebnis zeigt drei klare Muster. Erstens: Nebenwerte mit starker Marktposition. **Rheinmetall** und **Siemens Energy** haben ihre Sonderkonjunktur hinter sich – die Profis setzen jetzt auf die zweite Reihe: **MTU Aero Engines** profitiert vom Wartungsgeschäft einer alternden Flugzeugflotte, **Rational** aus Landsberg dominiert den Weltmarkt für Großküchentechnik mit operativen Margen über 25 Prozent.

Zweitens: Konzerne mitten im Umbau. **Bayer** bleibt umstritten, doch die Mehrheit der Top-Analysten sieht das Glyphosat-Risiko inzwischen eingepreist – bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter sieben. Ähnlich **BASF**: Der Konzernumbau mit der Verselbstständigung der Agrarsparte könnte Werte heben, die in der Konglomeratsstruktur unsichtbar waren. **Deutsche Bank** schließlich handelt trotz zweistelliger Eigenkapitalrendite weiter unter Buchwert.

Drittens: Qualität zum fairen Preis. **SAP** bleibt trotz der Rally die strukturell stärkste Position im Index – das Cloud-Geschäft wächst zweistellig, die Margen expandieren. **Allianz** kombiniert eine Dividendenrendite von rund fünf Prozent mit einem laufenden Aktienrückkaufprogramm. **Münchener Rück** profitiert von einem harten Rückversicherungsmarkt, wie es ihn seit zwei Jahrzehnten nicht gab. Und **Deutsche Telekom** wird an der Börse noch immer wie ein Versorger bewertet, obwohl die US-Tochter T-Mobile längst ein Wachstumswert ist.

Was gegen den Konsens spricht

Ehrlichkeit gehört dazu: Analystenkonsens ist ein Kontraindikator, wenn er einseitig wird. Bei SAP und Rheinmetall ist die Zahl der Kaufempfehlungen so hoch, dass positive Überraschungen schwerfallen. Wer dem Muster der besten Analysten folgt, kauft deshalb nicht die Liste als Block, sondern gewichtet die unpopulären Namen – Bayer, BASF, Deutsche Bank – höher als die Konsenslieblinge.

Das Fazit

Die Auswertung zeigt: Kurspotenzial liegt 2026 nicht im Index, sondern in der Auswahl. Die Spreizung zwischen dem teuersten und dem billigsten Dax-Wert ist auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise. Genau das ist die Chance für Anleger, die ihre Hausaufgaben machen – und das Risiko für alle, die einfach den Index kaufen und glauben, damit sei die Arbeit erledigt.