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Geldanlage

Zinswende abwärts: Was Sparer jetzt mit Tagesgeld, Anleihen und ETFs tun sollten

Die EZB senkt, die Banken folgen: Die fetten Jahre für Tagesgeld sind vorbei. Wie Anleger ihre Zinserträge jetzt sichern – ohne unnötiges Risiko.

EZB-Turm in Frankfurt – ASCII-Illustration

Vier Prozent aufs Tagesgeld – diese Zeiten sind vorbei. Mit jeder Zinssenkung der Europäischen Zentralbank schmelzen die Konditionen der Banken, und wer sein Geld einfach liegen lässt, verliert real wieder an Kaufkraft. Die gute Nachricht: Wer jetzt handelt, kann sich das aktuelle Zinsniveau noch für Jahre sichern.

Der Mechanismus: Warum Tagesgeld zuerst fällt

Tagesgeldzinsen folgen dem EZB-Einlagensatz fast eins zu eins – nur eben nach unten schneller als nach oben. Festgeld und Anleihen dagegen preisen die erwarteten künftigen Senkungen bereits ein, bieten aber einen entscheidenden Vorteil: Sie frieren den heutigen Zins für die gesamte Laufzeit ein.

Die Zinstreppe: Der pragmatische Weg

Die bewährte Antwort auf fallende Zinsen ist die Zinstreppe. Das verfügbare Kapital wird auf mehrere Laufzeiten verteilt – etwa je ein Drittel auf zwölf, 24 und 36 Monate. So bleibt regelmäßig Geld verfügbar, und der Durchschnittszins liegt deutlich über dem, was Tagesgeld in zwei Jahren noch zahlen wird.

  • Kurzfristige Reserve: Drei bis sechs Monatsausgaben bleiben auf dem Tagesgeld – hier zählt Verfügbarkeit, nicht Rendite.
  • Mittelfristig: Festgeld über ein bis drei Jahre bei Banken mit deutscher oder europäischer Einlagensicherung.
  • Langfristig: Wer Geld zehn Jahre nicht braucht, ist mit Aktien-ETFs historisch immer besser gefahren als mit jedem Zinsprodukt – der Einstieg gelingt am besten über ein Weltportfolio.

Anleihen-ETFs: Das unterschätzte Werkzeug

Für den Teil des Vermögens zwischen Notreserve und Aktienquote lohnt ein Blick auf Anleihen-ETFs mit fester Fälligkeit. Sie bündeln hunderte Unternehmensanleihen, laufen zu einem festen Datum aus und schütten bis dahin planbare Zinsen aus – wie ein Festgeld, nur handelbar und breit gestreut.

Was Sparer jetzt nicht tun sollten

Der klassische Fehler in Zinssenkungsphasen: aus Renditehunger ins Risiko rutschen. Nachranganleihen, Zinsversprechen von Grauzonen-Anbietern, exotische Währungskonten – die Mehrrendite steht in keinem Verhältnis zum Risiko. Die zweite Falle ist Prokrastination: Jeder Monat Wartezeit kostet Konditionen, denn die Banken passen ihre Festgeldangebote den EZB-Erwartungen laufend an. Wer die Zinstreppe bauen will, sollte sie jetzt bauen.