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Klatten und Quandt: Das BMW-Vermögen der reichsten Frau Deutschlands

36,1 Milliarden Euro, plus 1,7 Milliarden. Warum die BMW-Erben Platz 2 halten – und warum Susanne Klatten mehr ist als eine Erbin.

Geschäftsmann auf dem Weg zum Privatjet – ASCII-Illustration

Platz 2 der 500 reichsten Deutschen gehört 2025 den Familien Susanne Klatten und Stefan Quandt. Vermögen: 36,1 Milliarden Euro, plus 1,7 Milliarden gegenüber dem Vorjahr. Das ist der sechstgrößte absolute Zugewinn der Liste – in einem Jahr, in dem andere Autofamilien Vermögen abgeben.

Susanne Klatten ist damit die reichste Frau Deutschlands. Ihr Bruder Stefan Quandt ist der Ankeraktionär, der BMW operativ am engsten begleitet. Gemeinsam halten sie die Mehrheit am Münchner Autobauer. Darunter liegt ein zweites Portfolio, das die Familie robuster macht als eine reine Auto-Wette.

BMW ist das Fundament, nicht das Ganze

Ohne BMW gäbe es Platz 2 nicht. Die Stimmrechtsmehrheit an einem Premiumhersteller mit globaler Marke, Produktionsnetz und einer noch immer hohen Marge in der Stamm-Sparte ist das teuerste Paket deutscher Familieneigentümer an der Börse.

Aber die Liste zählt mehr. Altana (Spezialchemie, Wesel), SGL Carbon, BMZ (Batteriesysteme), Avista Oil, die Beteiligungsvehikel Aqton und Delton, dazu Anteile an der Ratingagentur Scope: Das ist eine Industrieholding mit Auto-Kern, nicht nur ein Aktienpaket.

2025 hilft genau diese Mischung. Während Porsche/Volkswagen 3,8 Milliarden Euro abgibt, legt das Quandt/Klatten-Lager zu. BMW hat das Jahr besser überstanden als der Rest der deutschen Autoaktien. Die Nebenbeteiligungen dämpfen.

Die reichste Frau – und warum der Plural stimmt

Die Rangliste führt „Familien Susanne Klatten und Stefan Quandt“, nicht zwei getrennte Plätze. Das ist methodisch bewusst: Das Kontrollpaket an BMW ist gemeinsames Familieneigentum in der Logik der Holding, auch wenn die Geschwister unterschiedliche Vehikel nutzen.

Für die Frage „reichste Frau Deutschlands“ ist Klatten trotzdem die richtige Antwort. Sie hält den größeren Teil des industriellen Nebenportfolios, sitzt in Aufsichtsgremien und hat Altana nach dem Rückzug vom Kapitalmarkt wieder zur Privatfirma gemacht. Das Porträt der anderen großen Eigentümerinnen: Die reichsten Frauen Deutschlands.

Auto, Bewertung, Risiko

Familienvermögen auf Autoaktien ist ein Hebel. Ein guter Modellzyklus, ein schwacher Yen, ein nachlassender Preisdruck in China – und die Liste bewegt sich um Milliarden. Umgekehrt: Abschreibungen auf Elektrobatterien, Zollrisiken, ein verlorenes Premiumsegment.

Quandt/Klatten haben historisch antizyklisch erhöht, nicht panisch verkauft. Das ist der Unterschied zu Finanzinvestoren auf denselben Titeln. Die Familie denkt in Jahrzehnten der Kontrolle, nicht in Quartalen der Outperformance.

Dass 2025 ein Plus steht, heißt nicht, dass das Auto-Risiko verschwunden ist. Es heißt, dass BMW relativ zu Porsche und den Zulieferern in der Rangliste das bessere Blatt hatte – und dass Chemie und Batterie das Blatt breiter machen.

Was bleibt, wenn BMW schwächelt

Die ehrliche Antwort: Platz 2 wäre dann nicht zu halten. Keine Nebenbeteiligung ersetzt die BMW-Mehrheit. Die Familie weiß das. Deshalb die Streuung in Chemie, Energie und Finanzbeteiligungen – und deshalb die Weigerung, das Paket zu stückeln.

Im Vergleich zu Dieter Schwarz ist das Vermögen öffentlicher, weil es an der Börse hängt. Im Vergleich zu Merck und Henkel ist es 2025 das ruhigere alte Geld. Die Quandts bleiben die industriellen Erben, an denen sich misst, ob Deutschland noch Auto-Vermögen bilden kann.