SchwerpunkteDie 500 reichsten DeutschenVermögen A–ZBörse aktuell
investoren magazin

Autodynastien: Porsche, Schaeffler, Bosch und das deutsche Industrievermögen

BMW legt zu, Porsche gibt 3,8 Milliarden ab, Schaeffler gewinnt 2,4. Wie die Auto-Liste 2025 auseinanderläuft.

Händler vor der Kurstafel der Frankfurter Börse – ASCII-Illustration

Auto ist in der Rangliste 2025 kein Block mehr, der sich gemeinsam bewegt. Klatten/Quandt (BMW) legen um 1,7 Milliarden auf 36,1 zu. Familie Porsche gibt 3,8 Milliarden ab und steht bei 15,5. Schaeffler gewinnt 2,4 auf 10,1. Bosch, Zundel, Madelung bleiben bei 4,1. Brose, Hella/Hueck, Freudenberg, Mubea: Zulieferer mit eigenen Kurven.

Wer „die Autofamilien“ sagt, redet 2025 an der Tabelle vorbei.

Porsche und Volkswagen: der teure Komplex

Platz 12, 15,5 Milliarden Euro. Porsche SE, Stammaktien, der Wolfsburger Konzern, China, Margendruck, Bewertung des gesamten Komplexes. Minus 3,8 Milliarden ist eines der klaren Auto-Signale der Liste: Der Name trägt noch immer ein Top-15-Vermögen, aber nicht mehr das Vorjahresniveau.

Die Familie bleibt kontrollierend, nicht treibend im operativen Tagesgeschäft des Konzerns. Vermögensmäßig ist das ein Hebel auf eine Aktie, die 2025 nicht der Ort war, an dem Deutschland reich wurde.

Schaeffler: Zulieferer mit Konzernpaket

Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler, Herzogenaurach, Platz 21, 10,1 Milliarden, plus 2,4. Schaeffler Technologies plus das schwere Paket an Continental (und die Vitesco-Geschichte). Das ist Maschinenbau in der Industriespalte, Auto im Cashflow.

Dass Schaeffler 2025 zulegt, während Porsche abgibt, liegt an der relativen Bewertung, an Restrukturierungserwartungen und daran, dass ein Zulieferer-plus-Conti-Mix 2025 anders gepreist wurde als der VW-Komplex. Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann bleibt eine der zentralen Eigentümerinnen. Reichste Frauen.

Bosch: Stiftung vor Familie

4,1 Milliarden, unverändert, Unternehmensstiftung. Der Wert, der privaten Stämmen zuzuorden ist, ist bewusst konservativ. Bosch als Firma ist größer als manches Familienvermögen über ihm – das Eigentum ist es nicht. Wer Bosch in einer Reichenliste an die Spitze heben will, verwechselt Konzernumsatz mit privatem Anspruch.

Zulieferer-Schwarm

Hueck / Hella-Forvia: 4,7. Freudenberg: 6,4, plus 0,9. Brose (Stoschek/Volkmann): 1,8, minus 0,3. Mubea / Muhr: 2,2. Rehau: 1,7. Das ist die Fläche, auf der deutsche Auto-Wertschöpfung privat hängt.

Plus Knorr-Bremse / Thiele als Bahn- und Nutzfahrzeugtechnik. Plus die Hidden Champions mit Autokunden, ohne Auto in der Spalte.

Lesart

2025 trennt die Liste Premium mit eigener Marke (BMW), Konzernkomplex (Porsche/VW) und Zulieferer. Nur die erste Gruppe gewinnt klar. Das ist unbequem für eine Industrie, die sich als Schicksalsgemeinschaft erzählt.

BMW-Porträt: Klatten und Quandt. Die Tabelle: 500 reichsten Deutschen.