SchwerpunkteDie 500 reichsten DeutschenVermögen A–ZBörse aktuell
investoren magazin

BioNTech-Milliardäre: Strüngmann-Brüder, Şahin, Türeci und das Mainzer Vermögen

Zwei mal 11,0 Milliarden, dazu 4,0 für das Gründerpaar. Wie ein Impfstoff drei Listenplätze geschaffen hat – und was 2025 davon übrig ist.

Porträt eines Beraters – ASCII-Illustration

Mainz ist 2025 keine Fußnote der Reichenliste. Andreas Strüngmann und Thomas Strüngmann stehen gemeinsam auf Platz 19, jeder mit 11,0 Milliarden Euro (minus 0,5). Uğur Şahin und Özlem Türeci teilen sich Platz 59 mit 4,0 Milliarden (plus 0,1).

BioNTech ist der gemeinsame Nenner. Hexal und die Athos-Holding sind die Vorgeschichte der Brüder. Ganymed ist die Vorgeschichte des Paars. Der Impfstoff hat aus beidem sichtbares Vermögen gemacht. 2025 ist die Party vorbei, das Vermögen nicht.

Die Strüngmanns: Generika, dann Biotech

Vor BioNTech waren die Zwillinge die Hexal-Gründer, Verkauf an Novartis, dann Family Office in Holzkirchen: Athos, Santo, Beteiligungen. Der BioNTech-Anteil war eine Wette auf mRNA, keine Lebensaufgabe als Manager. 11 plus 11 Milliarden Euro sind deshalb ein Mix aus Exit-Kapital, Kurs und dem, was Athos sonst noch hält.

Minus 0,5 Milliarden je Bruder 2025: die Aktie ist nicht mehr im Pandemie-Modus. Im Vergleich zu Merck (−9,3) ist das ein mildes Jahr. Im Vergleich zu 2021 ist es eine andere Liga. Vermögen aus Biotech bleibt ein Kurs. Gewinner und Verlierer.

Şahin und Türeci: Operative Gründer

4,0 Milliarden Euro für das Ehepaar, das die Firma führt. Das ist weniger als jeder Strüngmann allein – und unternehmerisch das schwerere Kapitel. Sie haben keine Hexal-Milliarden im Rücken, sondern Anteile, Optionen, den operativen Hebel.

Plus 0,1 Milliarden 2025: Stabilisierung. Die Pipeline (Onkologie) ist die nächste Bewertungswette. Scheitert sie, fällt Platz 59. Liefert sie, steigt ein Gründerpaar in Regionen, die in Deutschland sonst nur SAP und Discounter erreichen.

Biotech in der Liste, jenseits von Mainz

Dietmar Hopp mit CureVac und Dievini. Sartorius-Herbst/Franken 4,0 (minus 0,5), Labortechnik als Pick-and-Shovel. Cheplapharm (Braun/Juha) 2,9. Octapharma / Marguerre 5,8. Falk Pharma 1,5. Dermapharm / Beier 1,5. B. Braun 6,8.

Pharma und Biotech kommen in der Industriespalte auf über 40 Milliarden (Pharma) plus 26 Milliarden (Biotech). Das ist die zweite große Wissenschaftssäule neben SAP. Unterschied: Pharma alt (Merck, Henkel-naher Konsum) schwächelt 2025, Biotech-Gründer halten das Niveau.

Was Anleger hören sollten

BioNTech ist investierbar, Lidl nicht. Genau deshalb ist das Mainzer Vermögen öffentlich und volatil. Wer die Strüngmanns als „Impfstoff-Glücksritter“ abhakt, ignoriert Hexal. Wer Şahin/Türeci als Nebenfigur der Brüder liest, ignoriert, wer die Moleküle gebaut hat.

Die Liste zählt beides: Kapital und Gründung. In Mainz stehen sie nebeneinander. Die Quelle: Die 500 reichsten Deutschen 2025.