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Die SAP-Milliardäre: Plattner, Hopp, Tschira und das Walldorfer Vermögen

Drei Gründerfamilien, knapp 40 Milliarden Euro, ein Konzern. Wie SAP die Software-Spitze der Reichenliste trägt – und wo Celonis und Check24 andocken.

Händler vor der Kurstafel der Frankfurter Börse – ASCII-Illustration

Ohne SAP sähe die deutsche Tech-Spitze der 500 reichsten Deutschen dürftig aus. Familie Hasso Plattner steht 2025 auf Platz 9 mit 17,7 Milliarden Euro (plus 0,8). Familie Dietmar Hopp auf Platz 11 mit 15,8 Milliarden (plus 0,7). Gerda, Udo und Harald Tschira teilen sich Platz 38 mit 5,5 Milliarden.

Zusammen rund 39 Milliarden Euro. Das ist mehr als Klaus-Michael Kühne, mehr als Henkel, fast so viel wie die BMW-Familien. Ein Softwarekonzern in Walldorf hat drei der größten deutschen Vermögen erzeugt – und hält sie, weil die Aktie 2025 nicht eingebrochen ist.

Plattner: der Ankeraktionär

Hasso Plattner bleibt der sichtbare Kapitalmarkt-SAP-Gründer. Das Vermögen hängt am Aktienpaket, an der Unternehmensstiftung und an dem, was aus jahrzehntelanger Kontrolle an SAP entstanden ist. Plus 0,8 Milliarden Euro 2025: kein Boomjahr, ein Bewertungsjahr. Cloud-Umsatz, Margenpfad, US-Investoren – die Aktie trägt die Liste.

Die Stiftung in der Namenszeile ist mehr als Steueroptik. Sie verstetigt Einfluss und philanthropische Flüsse (Hasso-Plattner-Institut, Kunst, Medizin), ohne das Paket auf den freien Markt zu werfen.

Hopp: Software, Biotech, Hotels

Dietmar Hopp hat diversifiziert. SAP bleibt der Kern, Dievini bündelt Biotech, CureVac ist der bekannteste Name, Motel One die unerwartete Cashcow im Portfolio. 15,8 Milliarden Euro, plus 0,7: Hopp ist 2025 nicht der Spekulant, als der er in der öffentlichen Debatte oft erscheint, sondern ein Family Office mit drei Renditequellen.

CureVac hat Vermögen gemacht und Vermögen gekostet, je nach Kursphase. Motel One – gemeinsam mit der Familie Dieter Müller, selbst auf der Liste – zeigt, dass Hopp operative Firmen kauft, nicht nur Fondsanteile. Die BioNTech-Milliardäre sind die Mainzer Variante desselben Musters: Software- und Pharmavermögen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, nicht aus dem Silicon Valley.

Tschira: das stille Drittel

Klaus Tschira ist 2015 gestorben. Die Familienstiftung hält das Vermögen zusammen: 5,5 Milliarden, unverändert zum Vorjahr. Kein operatives Nachspiel mehr in Walldorf, aber ein Kapitalstock, der aus dem SAP-Listing stammt und seitdem als Beteiligungsmasse arbeitet.

In der Methodik der Liste sind verstorbene Gründer kein Grund zum Streichen, solange das wirtschaftliche Eigentum einer identifizierbaren Familie oder Stiftung zuzuordnen ist. Tschira ist der Schulfall. Mehr dazu: So schätzt das Investoren Magazin Vermögen.

Die nächste Software-Generation

Unterhalb von SAP wird es unruhig. Celonis (Klenk, Nominacher, Rinke) steht bei 5,2 Milliarden – minus 3,5, einer der schärfsten Rückgänge der Liste. Process Mining wurde 2021/22 zu Unicorn-Preisen bewertet; 2025 ist der Private-Market-Multiple enger. Check24 (Blase, Juls, Heusgen) hält 5,4 Milliarden, plus 0,2. Tobias Lütke (Shopify) legt um 1,5 Milliarden auf 5,2 zu, obwohl er in Kanada skaliert.

Rocket Internet / Samwer: 3,2 Milliarden, minus 0,4. United Internet / Dommermuth: 3,2, plus 0,9. Nemetschek: 7,3, plus 1,0. Die Tech- und Softwarevermögen sind 2025 ein Markt mit zwei Tempi: profitable Dauerläufer oben, Bewertungskorrekturen in der zweiten Reihe.

SAP bleibt der Maßstab. Drei Familien, ein Listing, vier Jahrzehnte Compounding. Wer in der Reichenliste nach „digitalem Deutschland“ sucht, findet es zuerst in Walldorf – nicht in Berlin.