Knapp über einer Milliarde: Die dichteste Zone der Liste
121 Einträge zwischen 1,0 und 2,0 Milliarden Euro – wo jeder Deal den Rang kippt.

Unterhalb der Titelseite, oberhalb der Millionärsromantik: eine bis zwei Milliarden Euro ist 2025 die dichteste Zone. In der Rangliste der 500 reichsten Deutschen 2025 trifft das auf 121 Einträge mit zusammen 161,2 Milliarden Euro. Das mittlere Vermögen in dieser Schnittmenge liegt bei 1,3 Milliarden.
Das ist keine vollständige volkswirtschaftliche Rechnung. Es ist die Schnittmenge, die die Liste sichtbar macht: geschätztes Nettovermögen, Stichtag Aktienkurse, ohne Kunstsammlungen im Wohnzimmer und ohne jeden Stiftungszweck.
Die Namen, die die Summe tragen
An der Spitze dieser Gruppe: Familie Gauselmann auf Platz 136 mit 1,9 Milliarden Euro (Merkur.com, Espelkamp). Familien Frank und Jörg Laukien (1,8 Mrd. €, Bruker); Familien Stoschek und Volkmann (1,8 Mrd. €, Brose); Familie Josef Boquoi (1,8 Mrd. €, Bofrost); Johannes Mann (1,8 Mrd. €, Wertkauf); Wilhelm von Finck jr. (1,8 Mrd. €, Merck Fink & Co.); Familie Clemens Haindl (1,8 Mrd. €, Haindl-Gruppe); Familie Sedlmayr (1,8 Mrd. €, Sedlmayr Grund und Immobilien); Familie Hagenmeyer (1,8 Mrd. €, Getrag).
Die Milliardärs-Schwelle erklärt den Sprung über 1,0. Dieser Text bleibt in der Zone direkt darüber – Hidden Champions inklusive.
Bewegung 2025
Von den 121 Einträgen legen 64 zu, 20 geben ab. Die größten Ausschläge in der Gruppe: Familien Frank und Jörg Laukien −1,5 Mrd. €, Familie Pürner +1,0 Mrd. €, Roelf Briese +1,0 Mrd. €, Hakan Koç und Christian Bertermann +0,8 Mrd. €, Vlasios und Paschalis Choulidis +0,8 Mrd. €. Ränge bleiben klebrig, Milliarden nicht. Einordnung der Gesamtliste: Gewinner und Verlierer 2025.
15 dieser Einträge nutzen eine Familienstiftung. Das bündelt Stimmrechte und dämpft Erbauseinandersetzungen – Hintergrund.
Was die Schnittmenge über Deutschland sagt
Deutsche Großvermögen entstehen selten in einem Fondszyklus. Sie sitzen in Firmen, Fläche und langen Beteiligungen. Diese Gruppe ist dafür ein Ausschnitt, kein Panorama. Methodik: so schätzen wir. Ressort: Analyse.
Wer die Liste als Anlageuniversum liest, liegt falsch. Wer sie als Karte der Eigentümer liest, liegt näher. Die 121 Namen oben sind die aktuelle Ausgabe dieser Karte – 161,2 Milliarden Euro, verteilt auf wenige Türen.


