Die Newcomer 2025: Wer neu unter die 500 reichsten Deutschen kommt
Elf Zugänge, von Schwarz-Simon bis Helmut Locher. Kaum Unicorns, viele Mittelständler – und ein Pharma-Erbe, das plötzlich 2,2 Milliarden zählt.

Elf Einträge der 500 reichsten Deutschen 2025 sind als Newcomer markiert. Sie verschieben die Liste nicht an der Spitze, aber sie zeigen, wer die Schwelle überschreitet. Spoiler: Es sind nicht die Samwers.
Der auffälligste Zugang: Schwarz-Simon
Familie Schwarz-Simon, Rang 115, 2,2 Milliarden Euro, plus 2,2, Branche Beteiligungen und Immobilien, vormals Schwarz Pharma in Monheim, heute Leifina in München. Ein kompletter Listenplatz entsteht, weil Vermögen neu zugeordnet oder erstmals in dieser Höhe fassbar wird – nicht weil über Nacht eine Firma gegründet wurde.
Nebenan steht Familie Schwarz-Schütte mit ebenfalls 2,2 Milliarden, unverändert. Altes Pharmavermögen, das in Holdings und Immobilien weiterlebt. Newcomer heißt hier: neu in der Systematik, nicht neu reich.
Mittelstand, der die Grenze kippt
- Familie Pürner, Rang 233, 1,0 Mrd. €, Fahrräder und Möbel.
- Roelf Briese, 1,0, Schifffahrt.
- Familie Kurz, 0,9, Maschinenbau.
- Familie Wulf Schumacher, 0,8, Verpackungen.
- Eric Demuth, 0,8, Finanzdienstleistungen.
- Familie Klebl, 0,7, Bau.
- Drees und Sommer, 0,6, Ingenieurdienstleistungen.
- Familie Karl Koburger, 0,6, Energiehandel.
- Jörg Schweikart, 0,5, Nahrungsergänzungsmittel.
- Helmut Locher, 0,5, Bau.
Das ist die Realität der unteren 200 Plätze: regionale Unternehmer, oft ohne Markenbekanntheit außerhalb ihrer Branche. Hidden Champions im Werden, nicht Unicorns.
Was „Newcomer“ nicht heißt
Es heißt nicht, dass das Vermögen 2024 bei null lag. Es heißt, dass die Einheit 2025 erstmals die Kriterien erfüllt: Höhe, Zuordenbarkeit, Stichtag. Erbteilungen, bessere Daten, ein Verkauf, ein Bewertungssprung – alle Wege führen auf die Liste.
Die Einstiegsschwelle liegt bei etwa 0,4 Milliarden Euro. Wer 2024 bei 0,38 geschätzt wurde und 2025 bei 0,5, ist Newcomer, ohne dass sich der Lebensstil geändert hätte. Deshalb der eigene Artikel zur Milliardärs- und Listenschwelle.
Tech bleibt die Ausnahme
Eric Demuth (Bitpanda-Umfeld, Finanzdienstleistung) ist der klarste Gründerzugang im Newcomer-Set. Der Rest ist Bau, Verpackung, Energie, Schifffahrt, Ingenieurbüro. Das Interview-Klischee, die nächste Generation komme nur aus der Tech-Szene, gilt für Aufmerksamkeit – nicht für die elf neuen Zeilen.
Tech-Vermögen gibt es, aber in der etablierten Liste: Lütke, Check24, Celonis, SAP. Software und Tech.
Warum die Zugänge zählen
Ohne Newcomer würde die Liste versteinern. Mit ihnen bleibt sie eine Schwelle, kein Club. 2025 ist der Clubzugang mittelständisch, süddeutsch, oft bau- und industrieaffin. Die vollständige Tabelle, in der sie stehen: Die 500 reichsten Deutschen.

